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| Die „künstliche Befruchtung“ und das „Warum“ aus meiner Sicht.Werte LeserSie können nun auf meiner Homepage lesen, dass wir „Neue Wege“ gehen wollen, aber was bedeutet dieses eigentlich und sind diese Wege wirklich „NEU“?Hier muß ich eindeutig die Fragen verneinen!Neu sind diese Wege schon lang nicht mehr, nur das veröffentlichen dieses Weges in einer deutschen Zucht ist neu. Das bekannt geben auf der Homepage eines Züchters im DWZRV war bis zum heutigen Tage ein Tabu, wir stehen aber zu unseren Schritt und haben nichts zu verbergen! Ehrlichkeit gegenüber den Welpenkäufern ist in meinen Augen das A und O und bedeutet die Grundvoraussetzung für eine ordentliche Zucht. Leider gibt es gerade im Bereich der künstlichen Befruchtung keine Zusammenarbeit zwischen den Züchtern. So bekommt man nur am Rande mit, dass in Deutschland schon zwei weitere Zwinger auf der Basis der künstlichen Befruchtung Ergebnisse erreicht haben. Diese sind in meinen Augen nicht aussagekräftig, denn leider blieben die Hündinnen leer oder sie konnten nur einen Welpen austragen. Aus meiner Sicht liegt dieses aber nicht an der Art der Befruchtung ! Mit diesem Wissen haben wir uns nun über 1,5 Jahre auseinander gesetzt und erst dann den geplanten künstlichen Deckakt durchgeführt. Genehmigt wurde dieser Wurf von der Zuchtleiterin des DWZRV´s Frau Krah-Heiermann am 17.07.2005, also vor fast genau einen Jahr. Schon allein daran erkennt man unsere lange Vorbereitung in dieser Angelegenheit. Auf Grund der Genehmigungspflicht, künstlicher Befruchtungen im DWZRV und der FCI §13, möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal bei unserer Zuchtleiterin für die unbürokratische schnelle Bearbeitung bedanken. Klären wir als erstes einmal den Begriff der künstlichen Befruchtung und die Anwendung des Spermas.Wir unterscheiden hier 2 Arten, die sich wiederum in 2 Möglichkeiten des Einsatzes unterscheiden. Die erste Art ist die direkt Verwendung von Lebendsperma. Hierzu wird den Rüden Sperma entnommen und nach einer kurzen Untersuchung umgehend in die Hündin, in vollen Umfang eingesetzt. Das Einsetzen ist nun hier wieder in 2 Möglichkeiten unterteilt, zum einen die OP und zum anderen die Katheder Methode.Bei der Katheder Methode wird ein Katheder eingeführt und die Spermien über diesen durch den Muttermund verabreicht. Sicherer ist die OP Methode, denn bei dieser wird das Sperma unter einer leichten Narkose und einen kleinen Schnitt direkt eingesetzt. Die Befruchtung der Eier liegt hier bei einer Erfolgsquote von95% wobei die Befruchtung durch die Katheder Methode nur bei 85% liegt.Kommen wir zu zweiten Art, hier wird das Sperma den Rüden entnommen, untersucht, geteilt und eingefroren. Dieses Sperma kann nun über Jahre eingelagert werden ohne das sich die Qualität im wesentlichen verändert. Grundvoraussetzung ist natürlich die optimale Lagerung des Spermas. Einen sehr guten Ruf auf diesem Gebiet hat hier in Deutschland die Uni Giessen, wo auch unsere Befruchtung durchgeführt wurde.Bei der Verwendung von Gefriersperma, geht man in der Regel schon nur von 85% der Erfolgsquote aus! Die Methoden der Befruchtung oder besser gesagt, die Verabreichung der Spermien ist auch hier die Katheder oder die OP Methode Wir haben am 19.7.2006 gegen 10:00 Uhr die Katheder Methode gewählt. Wobei ich hier einfügen muss, dass wir so nur von einer Wahrscheinlichkeit einer Erfolgsrate, von maximal 65% sprechen können. Des weiteren konnten die Spermien nicht durch den Muttermund einführt werden, so das jenes Sperma nur ca. 3-5cm vor den Muttermund abgesetzt werden konnte. Was eine noch niedrigere Erfolgsquote mit sich bringen kann. Gehen wir von den Wetterverhältnissen und dem Stress, der bei einer Autofahrt entsteht extra aus, so muß man hier schon allein noch einmal Minimum 10 % der Erfolgsrate abziehen. Dieses bedeutet in unseren speziellen Fall eine Erfolgsquote von unter 50%! Um die Prozentzahl zu erhöhen, führt man in der Regel 2 künstliche Deckakte im Abstand von 24 – 48 Stunden durch ! Dieses haben wir nicht durchgeführt. Die Begründung liegt hier bei der Welpenanzahl unserer bis jetzt geworfenen Würfe. Diese lag bei nur einem Deckakt im Durchschnitt bei 8 Welpen ! Ich lehne aus diesem Grunde eine Nachdeckung immer ab!Aber wie bereitet ein Züchter seine Hündin auf den Deckakt vor?Um einen optimalen Einsatz zu garantieren führen einige Züchter gezielte tägliche Untersuchungen zur Feststellung des optimalen Decktages durch. Diese Methode führe ich nicht durch, denn diese Untersuchungsergebnisse können mir hier an meinen Standort nur nach 24 Stunden mitgeteilt werden. Sie sind weiter mit einem täglichen Arztbesuch verbunden, dieser bedeutet aber in meinen Augen für unsere Hündin Stress! Da Stress aber in der Hundezucht zum scheitern des Vorhabens führen kann, führen wir unsere eigene Methode durch. Da meine Hunde sich fast immer um meine Person sich befinden, spüre ich die Veränderungen im Körper der Hündin, des weiteren zeigen unsere Rüden dieses auch an.(Ein versehentlicher Deckakt durch unsere eigenen Rüden ist nicht möglich!) Durch die Veränderung der Hündin, war es uns bis jetzt immer möglich den geeigneten Zeitpunkt zu bestimmen. Diese Methode ist wissenschaftlich Unbegründet und aus diesem Grunde spreche ich auch nicht gern über diese! Leider wird man bei Bekanntgabe als etwas wie wir Vogtländer sagen Balabala hingestellt. Ich glaube aber daran! Genau wie nicht nur ich allein, jede eigene Hündin nach nur 48 Stunden als erfolgreich oder nicht erfolgreich Deckung einstufen kann. Hierfür gibt es keinen Test, dieses merkt aber ein Züchter, der immer seine Hunde um sich hat. Da wir uns nun im besagten zeitlichen Abstand befinden, ich aber gerade als Balabala hingestellt wurde, veröffentliche ich nicht mein Gefühl. Fest steht aber, Bärbel hat sich verändert ! Sie können nun selbst Schlussfolgerungen daraus ziehen. Nach 27 – 30 Tagen kann nun ein Ultraschall gemacht werden, dieses benötigt man aber im Grunde nicht und wurde bis jetzt von uns auch nicht durchgeführt. ( 7-10 Welpen erkennt man am Umfang der Hündin, auch schon ohne Ultraschall nach 27-30 Tagen) Grund des Ultraschallbildes ist rein nur die Bestätigung des Deckaktes und seines Gelingens. Eine genaue Feststellung der Anzahl der zu erwartenden Welpen ist weder durch Ultraschall noch durch Röntgen möglich! Es kann so nur von einer relativen Auswertung ausgegangen werden, die aber auf Grund des Stresses beim Arztbesuch auch ins negative Umschlagen kann. Hunde sind in der Lage ihre eigenen Welpen im Körper abzubauen und dieses kann auch noch ab den 50 Tag nach dem Deckakt geschehen. Um eine relativ reibungslose Geburt zu garantieren, kann man kurz vor der Geburt ein Ultraschall durchführen, dieses aber nur um die genaue Lage der Welpen zu bestimmen. Auch kurz vor der Geburt gibt es keine 100% genaue Angabe der zu erwartenden Welpen, nur relative Zahlen. Kommen wir nun aber noch einmal zum Tiefgefriersperma.Dieses wird entnommen und geprüft, danach wird es in Pailletten aufgeteilt. Hier unterscheiden sich die Methoden der einzelnen Länder, was bedeutet z.B. das die lebenden Spermienanzahl durch Verdünnung und Teilung vor der Gefrierung in den Staaten geringer ist als in Deutschland.Hier nun die Daten von dem eingesetzten Sperma.Entnommen am 23.7.1999Kennzeichnung KGGA 23.07.1999 Bes. Maurer G6733 „ Douglas McLoud“Menge: 9 Pailletten mit ca. 42 Mio. vorwärtsbewegliche Spermien pro Paillette(das entnommene Sperma wird bei dieser Methode immer geteilt und in Pailletten abgefüllt)Diese 9 Pailletten entspricht eine Menge von 2,5 Besamungsdosen.Entnommen, sowie Einlagerung und eingesetzt wurde es vom Ärzteteam des Prof. Dr. Dr. h.c. Bernd Hoffmann Professor für Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung II an der Justus – Liebig – Universität GiessenHier noch einmal ein besonderen DANK an Frau Dr. Pesch und den 5 Studentinnen der Uni, für die Action und der Betreuung meiner Hündin in diesen 2 Stunden. Man kann als Züchter so etwas durchführen und eine Ärztin setzt das Sperma ein und das war´s. Wir hatte aber das Gefühl, das nicht nur meine Hündin und wir ( Frau Maurer und ich), sondern auch das Team um Frau Pesch bei der Rasse Greyhound uns gesucht und gefunden haben. Bemerkenswert aus meiner Sicht, war die komplette Erläuterung des Ablaufs. Im Grunde habe ich in 2 Stunden nebenbei erklärt bekommen, was ich in 2 Jahren mir mit viel mühe aus dem Internet heraus gelesen habe. Dieses wurde mir aber nicht in einem trockenen Ablauf, wo jeder Mensch nach 5 Minuten auf Durchgang stellt erklärt, sondern mit einer Begeisterung die ich einfach hervorragend finde! Man merkte einfach auch auf Grund der lockeren Atmosphäre, dass man hier richtig war! Hier wurde ich verabschiedet mit den Worten „Bitte unterrichten sie uns, ob ihre Hündin aufgenommen hat und teilen sie uns unbedingt bitte die Anzahl der Welpen mit. Wir sind schon sehr gespannt!“ Aus meiner Sicht kommt man sich in dieser Uni nicht vor wie eine Nummer unter vielen, sondern man wird behandelt wie etwas Besonderes. Wir waren aber gerade im Punkt künstliche Befruchtung nichts aussergewöhnliches, denn dieses ist in der Uni an der Tagesordnung.Kommen wir nun zum Schluss noch einmal kurz zum Grund des Einsatzes dieses Spermas. Es könnte der Gedanke entstehen, das wir rein nur aus Versuchszwecken jenes Sperma von Douglas McLoud genommen haben und uns kein weiteres zur Verfügung stand. Dieses möchte ich mit allen Mitteln verneinen!!! Wir hätten ebenfalls auch anderes Sperma bekommen können, nur sieht man sich die beiden Hunde einmal genauer an, so kann man schon auf dem ersten Blick von Geschwistern sprechen. Bei dem Fremdblutanteil können wir sagen, dieser liegt bei diesem Wurf bei 100% und darauf bin ich besonders Stolz. Wir können so eventuelle auftretende Schwierigkeiten durch zu eng gezüchtetes Material komplett und von Grund auf ausschliessen. Es ist also eine Auffrischung mit Fremdblutanteil von 100%. Douglas McLoud ist zudem wie Bärbel vom Vugelbeerbaam DWZRV Champion. Des weiteren bringt er durch seine Vorfahren, uns dem S&L Ziel ein grosses Stück näher. Dieses alles ist aber für uns nebensächlich, wenn der Charakter und das Wesen des Hundes nicht stimmt. Hierzu konnte ich mich aber überzeugen und traf aus diesem Hauptgrund die Entscheidung. Fest steht weiter das er aus meiner Sicht den Typ verkörpert, der mir gefällt. Weiter steht ebenfalls fest, dass wir bei Erfolg keinen Rüden aus dem Ausland in unser Rudel importieren werden. Auch der nächste Wurf wird auf Basis von Tiefgefriersperma aufgebaut, um uns so ein neutrales Urteil zu bilden. Auch wenn dieser Versuch negativ ablaufen sollte, bin ich der festen Meinung, dass dieses die beste Alternative darstellt. Wir befinden uns auf diesem Gebiet noch in den Kinderschuhen (aus der Sicht unseres Zwingers), was sich aber in den nächsten Jahren ändern kann.Einige werden dieses nicht verstehen, dieses ist uns auch bewusst! Ich bitte aber um soviel Toleranz, dass man sich die Mühe macht, einmal unseren Standpunkt neutral zu beurteilen und dann sich eine Meinung dazu bildet.Nicht die Verpaarung von den Top Show Hunden bringt uns weiter, auch nicht die der Top Rennhunde, sondern jeder muß seinen eigenen Weg gehen. Das dieser Weg nicht ohne Berge ist, wird uns täglich klarer.Für die Gegner der künstlichen Befruchtung möchte ich hier noch 2 Argumente aus unserer Sicht nennen. Ein uns zusagender Deckrüde steht in den Staaten und ein Kontakt ist schon aufgebaut. Wie soll ich das ohne Einsatz von Gefriersperma durchführen ? Kennt Ihr die Strapazen für die Hündin bei über 10 Stunden in einer Flugbox?Oder 14 Stunden Autofahrt nach Jugoslawien zu einen mir bekannten Zwinger, in den Sommermonaten bei 34 Grad? Sehen wir aber auch einmal die gesundheitliche Situation an. Wer garantiert mir das der Rüde keine Geschlechtskrankheiten u.s.w. überträgt? Vor dem Aufschrei muß immer erst die Überlegung kommen! Ein Tierarzt ist da als erstes der richtige Ansprechpartner!Unserer Zwinger möchte da als neutrale Person Frau Dr. Pesch aus Giessen benennen.Aber noch ein kurzes BeispielHabt Ihr schon einmal erlebt, wenn ein Rüde vor Erschöpfung von der Hündin fällt?Ich ja, Bonaparte von Monarchenhügel der Deckrüde unseres A Wurfes war ca. 4cm kleiner als Moglis Starlhigt´s Be Nice. Beim ersten Versuch konnte er zum Schluß nicht mehr und ich wollte schon den Erfolg aufgeben, doch 2 Tage später im Flur von Familie Steutler hat es dann doch noch geklappt. Dieses war alles natürlich wie es die Natur wollte, so wie bei meinen weiteren Würfen. Kennt aber ein Gegner der künstlichen Befruchtung auch die Schattenseite eines Deckaktes? Vergewaltigung ist in manchen Fällen noch harmlos ausgedrückt. Wenn Hündinnen Maulkörbe aufbekommen, festgehalten werden, der Rüde auf die Hündin gelegt wird, stimuliert und dann durch den Züchter es zum Zwangsakt kommt. Dieses verabscheue ich ebenfalls im vollen Umfang, nur das kommt eben nicht an die Öffentlichkeit und viele wollen dieses auch nicht hören. |
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